2. Ehrbar-Festival 2017

Mittwoch 13.12.2017

Quartett-/Quintett-Abend Klenke Quartett Weimar / Gerrit Zitterbart

"Amerikanisches" Streichquartett und Klavierquintett von Dvorák

 

Freitag 15.12.2017

"Ehrbar!"-Ensemble

Heidrun Blase, Sopran - Rudolf Krieger, Rezitation - Gerrit Zitterbart, Clavier

Liszt und Dvorák: Lieder, Klavierstücke und Melodrame

 

Sonntag 17.12.2017

"Ehrbar!"-Ensemble

Heidrun Blase, Sopran - Rudolf Krieger, Rezitation - Gerrit Zitterbart, Clavier

Georg V. von Hannover und sein musikalischer Kreis:

Lieder, Klavierstücke und Melodrame von Georg V.,

Marschner, Schumann, Brahms, Berlioz, Fauré

 

Hildesheimer Allgemeine Zeitung 19.12.2017

Leidenschaft in der Wasserburg

 

Hildesheim - Sie lebten in Amerika und Europa, sogen Stile etlicher Kulturen auf und blieben Fremde im eigenen Land: Die Komponisten Antonin Dvorák (1841-1904) und Franz Liszt (1811-1886). Doch bei Reisen ins eigene Land wurden sie wie Nationalhelden gefeiert.

Liszt seinerseits setzte seiner Heimat zeitlebens mit Anklängen an ungarische Volksmusik wie in den „Ungarischen Rhapsodien“ ein Denkmal. Der Kosmopolit Dvorák hinterließ seine Eindrücke unter anderem in Werken in tschechischer und deutscher Sprache oder in Kompositionen wie in der populären Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.

Beim zweiten Ehrbar-Festival mit dem Titel „Fremde im eigenen Land“ im Hohen Haus auf der Domäne Marienburg haben besonders die beiden Komponisten Liszt und Dvorák das Sagen.

Kloster-Flair

Das „Ehrbar!“-Ensemble mit Heidrun Blase (Sopran), Rudolf Krieger (Rezitation) und Gerrit Zitterbart am Ehrbar-Flügel aus dem Jahr 1874 präsentierten am Freitagabend in dem historischen Ambiente der alten Anlage auf der Domäne Werke, mit denen sie ihr Publikum begeisterten.

Die bestens aufeinander eingestimmten Musiker nehmen es an diesem Abend mit auf eine Reise, die auch klösterliches Flair verströmt. Ins nahezu 700 Jahre alte Gemäuer der früheren Wasserburg passt dabei wie die Faust aufs Auge das Lisztsche Melodram „Der traurige Mönch“ (Text: Nicolaus Lenau). Die Schauerballade geht in der packenden Rezitation Rudolf Kriegers und im mitreißenden Spiel Gerrit Zitterbarts auf. In den dramatisch bewegten, aber auch zärtlich begleiteten Passagen schaffen beide Interpreten Platz für Bilder, bis der letzte Vorhang fällt.

Klangwelten

Gerrit Zitterbart, der seit 1983 als Professor eine Klavierklasse an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover leitet, interpretiert als Solist Kompositionen Liszts, die mitunter von radikaler Einfachheit sind. Hier geht der Klang des Ehrbar-Flügels sehr edel auf.

Liszts 1881 komponierte „Nuages gris“ (Trübe Wolken) aus dessen Spätwerk präsentiert Gerrit Zitterbart geheimnisvoll düster. Die Spannung, die im harmonisch Ziellosen des Stücks angelegt ist und die schließlich in offenen Klängen endet, hält der Pianist konsequent. Eine beeindruckende Reise ins Innere des Klangs.

Konzert mir Raritäten

Und eine Reise in die Welt von Friedrich Ehrbar. Der gebürtige Hildesheimer, der 1827 geboren wurde und der im Waisenhaus aufwuchs, erlangte schließlich in Wien ab Mitte der 1850er-Jahre als Klavierbauer Weltruhm. Ehrbars Name und seine Instrumente mit speziellen Lederhämmern (im Gegensatz zu gebräuchlichen Filzhämmern) genossen den gleichen guten Ruf wie Bechstein- oder Bösendorferinstrumente. Und Liszt? Auch er hat unter anderem nachweislich auf einem Ehrbar-Flügel gespielt.

Wahre Perlen der Gesangskunst liefert Heidrun Blase, Gesangsdozentin an der Universität Hildesheim, als sie Dvorák-Lieder in tschechischer und deutscher Sprache interpretiert. Fließend gestaltet die Sopranistin das Abendlied „Isem jako lipa kosata“ (Ich bin wie ein blühender Lindenbaum) aus Dvoráks „Fünf Abendliedern“ (op. 31). Zart blüht dieser Lindenbaum auch dank der Gestik und Mimik der versierten Sängerin. Die wandlungsstarke Stimme behagt. Auch, als sie im Lied „Im tiefen Wald steh’ ich hier“ aus Dvoráks „Acht Liebesliedern“ (op. 83) auf Spurensuche geht. Und Gerrit Zitterbart? Der unterstreicht als kongenialer Duopartner die Gefühlswelten mit viel Fingerspitzengefühl. Ein rundum gelungenes Konzert voller Schmuckstücke und Raritäten.

1. Ehrbar-Festival 2016

1.Juni 2016 Eröffnungskonzert

 

Johannes Brahms (1833-1897)

 

Die schöne Magelone op.33 (1861-69)

15 Romanzen aus Ludwigs Tiecks Magelone

 

 „Ehrbar!“-Ensemble

Heidrun Blase, Sopran

Rudolf Krieger, Rezitation

Gerrit Zitterbart, Clavier

 

2.Juni 2016 Clavierabend

 

Johannes Brahms

 

 “Göttinger Albumblatt” a-Moll (1853)

Intermezzi op. 117 (1890)

Fantasien op. 116 (1892)

Variationen & Fuge über ein Thema von Händel op.24 (1861)

 

Gerrit Zitterbart, Clavier

 

3.Juni 2016 Duoabend

 

Leoš Janáček (1854 – 1928)

 

Pohádka (Märchen)

für Violoncello & Klavier (1910; 1923 umgearbeitet)

 

Johannes Brahms

 

Sonate e-Moll op.38 für Klavier & Violoncello (1862-65)

Sonate F-Dur op.99 für Klavier & und Violoncello (1886)

 

Leonid Gorokhov, Violoncello

Gerrit Zitterbart, Clavier